Über Polen an die Adria (Tag 8)

Nach dem richtig typischen italienischen Frühstück in der süssen Variante checke ich online das Wetter. Für Schwarzwald / Rheintal  sind gegen Spätnachmittag Gewitter vorhergesagt. Eine telefonische Wetterberatung bestätigt: “je früher desto besser”. Schade, wir hätten den Rückflug gern etwas gemächlicher und in mehreren Etappen angegangen. Aber das gehört zum fliegen dazu.

Also brechen wir gegen 10:00 auf und machen uns direkt die 120 km Richtung auf zum Tankstop nach Ozzano. Der Platz bietet sich bei Italienflügen immer aus mehrerer Hinsicht an. Es gibt Mogas, man kann mit Geldscheinen am Tankautomat bezahlen und er liegt natürlich geografisch wirklich günstig am Fuße des Apennin.

Da die schweizer Pässe wettertechnisch nicht mehr ganz safe prognostiziert sind fliegen wir Richtung Trento und Bozen. Von dort können wir direkt über den Reschenpass nach Nordwesten abdrehen und über Ischgl und Montafon den Bodensee ansteuern. Bzgl. Wolkenuntergrenzen und Gewittern gibt es keine Probleme,  der angekündigte “leichte Föhn” entpuppt sich dann aber doch als eher etwas stärkere Südströmung, was in den nördlichen Alpen dann schon für nervige Turbulenzen sorgt. Überm Bodensee angekommen ist das aber auch überstanden.

Sicherheitshalber landen wir vor der letzten Etappe über den Schwarzwald nochmal in Donaueschingen (EDTD) und holen nochmal eine telefonische Wetterberatung ein und checken selbst online das Wetterradar. Gegen 15:00 Uhr landen wir zu Hause in Bremgarten und rollen den Wasserschlauch zum putzen aus. Fast gleichzeitig entlädt sich die Wolke über uns und der  Regen prasselt auf uns und den Flieger runter.

Perfektes Timing am Ende eines tollen Trips!

Über Polen an die Adria (Tag 7)

Nach einem gemeinsamen Frühstück im Hotel verabschieden wir unsere beiden Bayern und freuen uns noch einen Tag dranhängen zu dürfen. Unser Plan ist gegen Spätnachmittag Richtung Toskana aufzubrechen und dort noch einen Abend in den Bergen zu verbringen. So geniessen wir Strand und Meer nochmal in vollen Zügen und machen uns kurz vor 18:00 Uhr auf zum Avioresort Palazzolo bei Sansepolcro. Die Toskana ist wie geschaffen für die Erkundung aus der Luft. Unglaublich weitläufig und spärlich erschlossen erstreckt sich die Landschaft.

Die 900m Piste auf der wir nach nur 35 Minuten Flug landen ist der Hammer. Kein Wunder, denn der Sohn der Fliegerfamilie Pichi Graziani plant und baut beruflich Graspisten in Italien. Sie eigene Piste ist seine Visitenkarte. Die Anlage in einem alten Anwesen mit Pool ist ein Erlebnis für sich. Kurz vor dem Abendessen fliegt noch eine Remis G3 vom Chiemsee und noch ein itlaienisches Pärchen aus der Nähe von Modena ein. In kleiner Runde dürfen wir also im Garten (eher Park) Platz nehmen und uns von der Mutter des Hauses mit einem klassisch italienischen 3-Gang Menü verwöhnen lassen. Dazu gibt’s eigenen Wein, Aperol-Drinks und wilde Geschichten vom ebenfalls noch fliegenden Senior des Hauses. Wir sprechen zwar nicht die selbe Sprache, verstehen uns aber irgendwie dennoch blendend. Gemeinsam löst sich die gesellige Runde gegen elf nach einem letzten Grappa auf. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch.

Über Polen an die Adria (Tag 6)

Heute soll es nochmal ein Stück weiter die Adriaküste Richtung Süden, etwas unterhalb von Fano gehen. Der kleine UL-Platz Senigallia Nord steht auf dem Programm. Wie auch gestern geht der Flug wieder wunderschön an der Küstenlinie in niedriger Höhe entlang. Da wir die Romagna CTR bei Rimini nordöstlich umfliegen allerdings auch ein gutes Sück übers offene Meer.

Der Platz liegt wunderschön direkt am Meer. Im Avioportolano ist er mit 530m Länge angegeben. Meines Erachtens wurden auf einem Teil davon in ein Sonnenblumenfeld umgewandelt und er ist im Moment etwas kürzer. Im ersten Anflug fliege ich über die nicht ganz niedrigen Hügel auf die 04 an. Trotz 35 Grad klappen und Slip möchte die CT in der Mittagsthermik nicht runter. Also durchgestartet und über dem Meer nochmal eine Schleife gedreht und mit Rückenwind, aber dafür hindernisfrei ein zweiter Anflug auf die 22. Diesmal passts.

Wir sind wie so oft die einzigen Gäste. Schnell die Maschine verzurrt und in wenigen Minuten runter ans Meer. Wir checken direkt am Strand im kleinen, etwas morbid wirkenden Hotel Caraibi ein. Das erweist sich als super Wahl… sauber, freundlich, günstig und mit Charme. Den restlichen Tag verbringen wir am Strand. SUPs und anderes Spielzeug kann man sich kostenlos leihen… sofern man es wieder zurück bringt. Abends spazieren wir Richtung Senigallia und bleiben auf halber Strecke an einem auf den ersten Blick komplett mit italienischen Touristen überlaufenen Restaurant (Ristorante Pulcinella) an der Strandpromenade hängen. Das entpuppt sich als tolles Fischrestaurant. Wir schlemmen uns durch die 3 Krustentier- und Fisch-Gänge und werden dabei noch sehr launig von den Kellnerinnen unterhalten. Am Ende können wir den Blick auf die Rechnung nicht glauben: 100 EUR gesamt für 4 Personen…

An unserer Hotel-Strandbar gibt’s nach dem Spaziergang am Strand entlang zurück noch einen letzten Absacker und auch Abschiedsdrink, denn morgen planen Gregor und Johannes den Heimflug nach Augsburg. Beide plagt das Heimweh nach ihren Frauen…

Über Polen an die Adria (Tag 5)

Heute steht erstmal ein halber Tag im Office an, dann bringen wir den Wagen zurück nach Mauterndorf wir von der Werkstatt wieder an den Flugplatz gebracht werden. Super Service!

So langsam aber sicher zieht es uns bei der hitze ans Meer. Und da sich das Wetter in den Karawanken beruhigt hat steht dem auch nichts mehr im Wege.

Also, im SkyDemon ein kleines Zwischenziel nahe der Grenze zu Österreich zum Flugplanschliessen gesucht, im Avioportolano auf dem iPad die relevanten Daten nachgeschlagen, Flugplan aufgegeben und ab gehts nach Italien.

Nach einem beeindruckenden knapp einstündigen Flug über die Ostalpen landen wir direkt hinter der Grenze auf dem kleinen, für einen Donnerstag ziemlich belebten Grasplatz (wobei er eigentlich eher strohgrau wirkt) San Mauro. In sengender Hitze spazieren wir ein paar Meter an der Bahn entlang zur kleinen Trattoria San Mauro. Die sieht richtig gut aus, hat aber über die Mittagszeit leider geschlossen. Für uns schliesst der Wirt aber spontan auf und serviert uns Cafe und kühle Getränke. Im Schatten Bäume planen wir auf der Terrasse unser nächstes Leg. Die Kriterien sind klar: Wir wollen ans Meer (möglichst schnell) und einen Platz anfliegen an dem wir noch nicht waren. So fällt die Wahl auf Valle Gaffaro.

Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis die italienischen Küste in niedriger Höhe an Jesolo und Venedig vorbei Richtung Süden zu fliegen. Selbst die nördliche Adria empfinde ich reizvoller als ihren Ruf, klischeehafte Betonburgen die absolute Ausnahme. Am Ziel erwartet uns eine top gepflegte, hindernissfreie Grasbahn. Wir werden wie so oft in Italien herzlich empfangen. Nach einem Willkommensbier im kleinen Restaurant am Platz werden wir direkt die 4-5 km ans Meer gefahren in das wir schneller hüpfen als man schauen kann. So abgekühlt geniessen wir den Sonnenuntergang bei Wein und frittiertem Fisch, bis gegen 23:00 Uhr der Restaurantbesitzer die Initiative ergreift und uns in unserer Pension ablädt.

Über Polen an die Adria (Tag 4)

Von unserer Pension Ist es nur ein kurzer Spaziergang in historische Zentrum des kleinen Städtchens Trebon. Zum Früstück gibts auf dem Marktplatz von einem Stand eine lokale Spezialität: Gerolltes Zuckergebäck über Kohle gegrillt auf die Hand. Das wird unseren Kohlenhydratspeicher bis zum Abend füllen. Mit dem Taxi (4 EUR) gehts zum Platz zurück und nachdem wir uns von Petr verabschiedet und versprochen haben wiederzukommen nehmen wir Kurs auf Österreich. Bei guten Bedingungen schlängeln wir uns auf knapp über 6.000 Fuss nach Mauterndorf (LOSM), ein lässiger Grasplatz mitten in den Alpen nur ein paar Fahrminuten unterhalb des Skigebiets Obertauern. Ein paar vom Club sitzen da und essen Leberkässemmel, die uns wahnsinnig anmachen, aber leider ist die Metzgerei zu weit weg. Ausser uns ist kein Flugbetrieb am Platz. In Mauterndorf wird auch im Winter mit Ski und seit neuestem auch dank plattgewalzter Schneedecke mit ganz normalem Fahrwerk geflogen (strictly PPR!).

Da für den Spätnachmittag in den Karawanken Gewitter gemeldet waren rufen in München beim Wetter an. Wir sind leider schon eine knappe Stunde zu spät dran, was dann auch ein Blick auf die Online-Blitzkarte zeigt. Das Risiko für den Weiterflug heute nach Lesce wäre zu gross.

Da wir aber ein ein Businessmeeting in Slowenien verabredet haben googlen wir kurzerhand nach einem Mietwagen und werden bei Der Autowerkstatt Gragabber fündig. Der angebotene Elektrowagen mit 80km Reichweite kommt für die Fahrt aufgrund der Distanz natürlich nicht in Frage, ist aber eine gute Idee fürs nächste Mal. Für 89 EUR inkl 300 km wird uns ein nagelneuer kleiner SUV an den Platz gebracht und wir düsen die 90 Minuten-Strecke mit dem Auto nach Süden.

In Kranj überraschen uns Gregor und Johannes mit dem ziemlich originellen Hotel Actum in der City. Jedes zweite Möberlstück besteht aus einer Flugzeugturbine, einem Rolls-Royce Kühler oder einem anderen abgefahrenen Stück Technik. Da überrascht der Whirlpool mitten im Zimmer mit Blick auf den Flatscreen nur begrenzt. Aber zum Fernsehen haben wir eh keine Zeit. Nach einer kurzen Unterwassermassage werden wir von Gregors Geschäftspartner Peter abgeholt und aufs Land in ein wirklich phantastisches Restaurant, das ausschliesslich auf regionale Bioprodukte setzt zum Dinner eingeladen.

Über Polen an die Adria (Tag 3)

Der 3. Tag wartet bei excellentem Frühstück im Andels mit einer Überraschung auf. In Litauen sind wider Erwarten heute erstmal IFR Bedingungen und auch die Prognose für die kommenden Tage ist labil. Die Basis soll später zwar auf ca. 1.200 Fuss anheben, die Wahrscheinlichkeit, dass wir dann in Kaunas aber einige Tage gegroundet sind ist ziemlich hoch. Vor dem Hintergrund, dass im Süden perfekte Bedingungen herrschen disponiern wir spontan um und entscheiden einfach direkt Richtung Slowenien zu fliegen.

Schade, da Lukas aus Kaunas mit einer 3. Maschine eigentlich zu uns stossen wollte und schon einen tollen Reiseplan quer durch Litauen, Lettland und Estland vorbereitet hatte für uns. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Tschechien bietet sich als Etappenziel für heute an. Also über SkyDemon auf dem iPad gebeugt und im Teamwork gleichzeitig auf dem iPhone nach Platzdetails von kleinen Pisten und UL-Plätzen gebeugt. Wir werden im fliegerverrückten Tschechien schnell fündig.

Das Taxi bringt uns für 5 EUR an den Flugplatz. Die Abfertigung ist sehr freundlich, aber doch auch extrem umständlich. Gregor muss noch tanken (Avgas ca. 1,60 EUR) und bis wir durch den Securitycheck durch sind und die ca. 50 EUR Lande-, Park- und Handlinggebühr bezahlt haben vergehen locker 2h. Den Flugplan geben wir beim polnischen AIS auf dem Vorfeld wieder telefonisch auf. Dann starten wir in Formation auf der 25 und der Controller lotst uns wirklich extrem freundlich aus der Kontrollzone raus.

Über das Siebengebirge, das uns etwas an dem Schwarzwald erinnert überqueren wir die polnisch/tschechische Grenze und schweben zu einem kurzen Tank-, Kaffe- und Eis-Stop auf dem für die Region typischen Grasplatz Jaromer (LKJA) ein. An der Tankstelle stellen wir uns mit den Autos in die Schlange. Eigentlich ein effizientes Konzept.

Dann nehmen wir direkt Kurs auf unser Etappenziel Trebon Dvorve, einem wunderschönen kleinen Farmfield in der Nähe von Budweiser. Der Inhaber und Farmer Petr Habersberger, bei dem wir uns telefonisch angekündigt hatten und der selbst leidenschaftlicher Pilot ist, empfängt uns herzlich. Seine Pension am Platz ist zwar ausgebucht, aber hat uns bereits eine Pension im nahegelegenen Ort Trebon gebucht. Aber erstmal haben wir einen Bärenhunger, genehmigen uns fangfrische Forellen und tolles Biofleisch von den eigenen Rindern. Dazu viel tschechisches Bier und spannende Geschichten von unserem Gastgeber. Ein toller Abend. Hierher werden wir ganz sicher wiederkommen.

Über Polen an die Adria (Tag 2)

Heute Nachmittag steht ein Geschäftstermin mit unseren Partnern in Lodz auf dem Programm. Bevor wir in Polen einfliegen wollen wir in Kamenz (EDCM) nochmal tanken. Aus dem Gegenabflug von Brauna gehts praktisch direkt in den Gegenanflug. Beim ausrollen bekommen wir nach dem knapp 5-minütigen Flug dass es seit diesem Jahr kein Mogas mehr gibt. Auf der Website war das leider noch nicht aktualisiert. Also Blick auf die Karte: Die nächste Möglichkeit liegt in Nardt (EDAT), ca. 20 Flugminuten nördlich. Diesmal rufen wir vorher an, ob tatsächlich Benzin am Platz zu bekommen ist.

Die Begrüssung ist äusserst launig. Ein charmanter Platz mit lustigen Leuten und einer interessanten roten Limo/Brause aus dem Zapfhahn. Wir bekommen die allerletzten Liter aus dem Spritfass zusammengekratzt. Kurz noch telefonisch den Flugplan bei AIS Frankfurt aufgegeben und los gehts über die Grenze nach Osten.

Der Flug nach Lodz (EPLL) ist recht meditativ. Sehr flach, sehr ländlich. Nach guten 2h melden wir uns bei Lodz Tower als Formation an und werden in den rechten Gegenanflug zu XX gelotst. Der Marshaller winkt uns auf die Parkposition ein, wir packen aus und werden zum General Aviation Terminal gefahren. Nach kurzen Formalitäten werden wir direkt am Ausgang von unserem polnischen Partner abgeholt.

Lodz ist eine junge Stadt und war früher eine Hochburg der Textilindustrie. Nach Öffnung der Grenzen ist diese zusammengebrochen. Ein riesiges Fabrikviertel (“Manufaktura“) wurde in den letzten Jahren aufwändig saniert und ist mitlerweile zum heimlichen Stadtzentrum avanciert. In diesem Loft-Komplex liegt auch unser sehr empfehlenswertes Hotel Andels in dem wir fast die einzigen Gästeman diesem Wochenende waren. Ein toller Fitnessbereich, Pool mit spektakulärem Blick über die Dächer der Stadt, Skybar zu einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis. Die vielen Restaurants und Bars in dem Viertel versprühen natürlich nicht den authentischsten Charme, aber Atmosphäre und Qualität (z.B. im jüdischen Restaurant Anatewka) passt dennoch.

 

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Über Polen an die Adria (Tag 1)

Perfekter Wetter-Forecast für die ganze kommende Woche von der Ostsee bis zum Mittelmeer. Also packen wir gemeinsam mit unseren Freunden und Geschäftspartnern Gregor und Johannes den lange avisierten Trip ins Baltikum in grösserer Schleife zurück über Slowenien an. So zumindest ist unser Plan.

Von Bremgarten (EDTG) gehts erstmal in die Heimat zum Flugtag nach Isny im Allgäu. Die beiden Tage sind immer die einzige Gelegenheit mit dem UL auf dem Segelfluggelände zu landen. Schade eigentlich. Statt Landegebühr gibts Essens- und Trinkengutscheine und tolle Modellflieger vom Kissleger Verein zu bewundern.

Gegen 16:30 brechen Andrea und ich dann an die tschechische Grenze nach Zell-Haidberg (EDNZ) auf. Dort wartet schon die zweite Crew in ihrer Remos G3. Gemeinsam fliegen wir von dort über Dresden zum kleinen, vom Sachsenmarathon bekannten UL-Flugplatz Brauna bei Kamenz. Unsere Fliegerfreunde Horst (Der dieses Jahr seinen 80er gefeiert hat), Jan und Uwe bereiten uns einen Empfang der herzlicher nicht sein könnte. Nach einem Bierchen im Hangar brechen wir zum gemeinsamen Dinner nach Kamenz zum kroatischen Italiener La Piazza auf. Jan lässt auf seinem Notebook mit tollen Bildern und gespickt mit witzigen Anekdoten nochmal die UL-Weltmeisterschaft 2003, bei der wir als Crew den 3. Platz geholt haben aufleben, ganz so als wäre es erst gestern gewesen. Solche intensiven Erlebnisse brennen sich im Gedächtnis ein.

 

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Tannkosh 2011

Wie jedes Jahr ist Tannkosh natürlich auch dieses Jahr wieder Pflicht! Nachdem ich die letzten Male meist am Samstag angereist bin und den Flieger immer ganz hinten an der Flight-Line parken durfte denke ich mir dieses Jahr mach ichs besser und nehme den Freitag Abend noch mit. Nach der wie immer hochprofessionell durch die Controller gemanagten Landung gegen 18:00 Uhr sehe ich allerdings schnell, daß schon wieder über 1.000 Flieger schneller waren. Am Ende sollten es übrigens 1.481 Maschinen werden… neuer Rekord! Die Einweiser winken mich also auf die allerletzte Wiese, geschätzt 1 km und gefühlt 5 km Fußmarsch vom Tower und der Hot-Zone entfernt. Aber egal, um das und noch viel mehr zu erleben sind wir ja hier :-)

Also schnell Zelt unterm Flügel aufgebaut und an unzähligen Fliegern vorbei nach vorn spaziert in den Trubel. Es wird ein entspannter Warm-Up Abend mit viele bekannte Gesichter und Pilotenfreunden. Die local Rockband Monroes im Festzelt und eine kleine Jazzcombo mit Verenas Schwester als Sängerin und Saxophonistin heizen gut ein… das ist auch notwendig, da der Wetterbericht für die Nacht über 10 Grad Temperatursturz und Regen vorhersagt. So kommt es dann auch… Der Rückmarsch zum Flieger spät nachts nur im T-Shirt bekleidet im strömenden kalten Regen gestaltet sich als sehr ungemütlich. Der prasselnde Regen weckt mich auch am nächsten morgen und nachdem auch nach 11:00 noch kein Ende in Sicht treibt mich der Kaffe-Durst aus dem Zelt… halb so schlimm, die Schuhe und der Großteil der Klammotten sind eh noch naß von gestern Abend.

Gegen 14:00 Uhr reisst der Himmel ganz langsam tatsächlich auf und die Show kann beginnen. Wie immer tolle Kunstflug-Slots, Formations Displays und als Krönung Matthias Dolderer in der Corsair… Wahnsinn wie das fast 4 Tonnen Monster mit seinen knapp 2.000 PS und 18 Zylindern den Himmel durchschneidet. Neben der Super Konstellation hat sogar der A380 ein weiteres Mal in Tannheim vorbeigeschaut, bzw. zumindest von oben gewunken. Am Boden gabs natürlich auch wieder unzählige Perlen von der Transall bis zu ganz seltenen Oldtimern zu bewundern. Schade finde ich nur, daß die ULs gerade in der Hot-Zone unterrepräsentiert waren… das Eine oder Andere anwesende Exemplar hätte durchaus (mehr) Aufmerksamkeit verdient. Das sind die Wurzeln von Tannkosh und viele Innovationen werden durch die UL-Fligerei getrieben. Aber wer weiss… vielleicht sehen wir 2012 im Display ja schon die ersten Elektroflieger lautlos ihre Kreise ziehen.

Das absolute Highlight von Tannkosh ist natürlich immer Samstag Abend die legendäre Rock im Hangar Party. Auch dieses Jahr wieder unter dem Motto “Touch heaven, kiss a Pilot!” Verena hatte ja bereits im Vorfeld angekündigt, daß die Party wieder stärker für die angereiste Crews ausgerichtet wird und Karten nicht mehr so grosszügig an Gäste aus dem Umland verkauft werden. Brechend voll wars im Hangar trotzdem. Die Mädelsband Wildcats tat sich zwar sichtlich schwer in den ersten Stunden richtig auf Touren zu kommen, aber je rockiger es nach Mitternacht wurde, desto mehr haben sie den Hangar auch zum brodeln gebracht. Am Ende war es auf jeden Fall wieder eine grandiose Party die erst kurz vor dem Morgengrauen ihr Ende fand.

Am Sonntag dann endlich bestes Spätsommerwetter und nach dem ausgedehnten Weisswurstfrühstück das Programm, das man eigentlich schon am Samstag gewünscht hätte: Neben der Bahn in der Sonne auf der Wiese chillen, in den Himmel schauen und den Motorenlärm geniessen…

Danke an das Team Tannkosh! Wir freuen uns auf 2012…

Der längste Tag des Jahres

Heute gehts mal nicht auf Tour, sondern von Bremgarten (EDTG) aus zu einem Lokalflug in die laue Sommernacht. Heinz und Britta laden traditionell am 21.6. jeden Jahres zum gemeinsamen Midsommar-Fliegen (wie der längste Tag in Schweden genannt wird) ein. Also warmup im Hangar bei Barbecue und Live-Band und gegen 20:30 ab in den Flieger. In verschiedenen Formationen fliegen wir mit an die 20 Maschinen am Rhein entlang nach Norden Richtung Freibug und über den Schwarzwald zurück. Pünktlich zur Landung gegen 22:00 Uhr, also Sunset+30. Später gehts mit dem UL nicht… Der Himmel mit seinen fantastischen Farben hat uns an diesem Abend nicht enttäuscht! Aber seht selbst…

 

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